Para Ski alpin: Erfolgreicher Weltcup-Auftakt

Erfolgreicher Weltcup-Auftakt für die deutsche Nationalmannschaft im Para Ski alpin: Nach der wetterbedingten Absage der Wettkämpfe in St. Moritz feierten Anna-Lena Forster (BRSV Radolfzell) und Anna Schaffelhuber im österreichischen Kühtai jeweils einen Weltcup-Sieg im Slalom.

Anna-Lena Forster unterstrich ihre hervorragende Entwicklung. Die dreifache Medaillengewinnerin von Sotschi 2014 schaffte Rang zwei im Riesenslalom und einen Sieg sowie einen zweiten Platz im Slalom. Nur durch einen Fehler im zweiten Lauf verpasste Forster einen Doppelerfolg im Slalom und landete knapp hinter Schaffelhuber. „Im Slalom hat Anna-Lena derzeit die Nase leicht vorne. Die beiden pushen sich gegenseitig, das wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen, ein richtig spannendes Duell. Auch im Riesenslalom hat Anna-Lena einen großen Sprung nach vorne gemacht“, lobt Justus Wolf.

Nachfolgend ein kurzer Bericht von Anna-Lena Forster über die ersten Weltcuprennen im Dezember:

Der erste Para-Ski-Alpin Weltcup Mitte Dezember in St. Moritz musste wegen des vielen Neuschnees abgesagt werden. Speedrennen (Abfahrt, Super-G) wären bei den weichen Verhältnissen zu gefährlich gewesen. Also starteten wir erst am 18. Dezember im österreichischen Kühtai in die Weltcupsaison. Doch stellte auch dort der viele Neuschnee erstmal ein Problem dar. Die Veranstalter mussten sich dazu entscheiden die Piste zu vereisen, damit überhaupt ein Rennen stattfinden konnte. Um dies umzusetzen standen am Tag vor dem Rennen alle Trainer und Betreuer mit Wasserschläuchen auf der Piste. Die Wettkampfbedingungen waren durch die vereiste Piste zwar für die meisten Athleten eine große Herausforderung, weil solche Trainingsbedingungen im Herbst schwer zu finden sind, doch war es auch die einzige Möglichkeit es fair für alle zu machen, da die Piste bis zum letzten Athleten gehalten hat - für jeden die gleichen Chancen.

Gestartet wurde der Weltcup mit einem Riesenslalom. Auch ich hatte Probleme mit der vereisten Piste und kein gutes Gefühl während dem Wettkampf, dennoch konnte ich auf den 2. Platz vorfahren und damit auch gleich schon bei der ersten Möglichkeit die Qualifikationsnorm für die Teilnahme an den Paralympics 2018 in PyeongChang (Südkorea) erfüllen. Am 19.12. stand noch ein Riesenslalom auf dem Plan bei welchem ich nochmals aufs Podium fahren konnte - Platz 3. Dann kam endlich meine Disziplin - der Slalom. Ich war vor dem Rennen sehr gespannt wo ich im Vergleich zur Konkurrenz am Ende wohl stehen werde. Ich wusste, dass ich im Herbst gut trainiert habe und hatte daher auch ein gutes Gefühl - meine Erwartungen waren groß! Nach dem ersten Lauf war ich bereits 3.49sek vor allen anderen und konnte dann auch im zweiten Lauf nochmals mehr als 2sek auf meine Konkurrenz rausfahren. So beendete ich den ersten Slalomweltcup der paralympischen Saison mit einem 1. Platz mit fast 6sek Vorsprung - 1. Weltcupsieg der Saison! Auch für den nächsten Tag hatte ich mir viel vorgenommen und war auch nach dem ersten Lauf wieder fast 2sek vorne. Leider ist mir ein blöder Fehler im zweiten Durchgang unterlaufen: Ich bin mit dem Krückski an der Stange hängen geblieben und stürzte. Bis ich wieder aufgestanden bin und wieder in Schwung kam, war der Vorsprung natürlich weg. Dennoch reichte es am Ende mit nur 0.62sek auf den 2. Platz!

Fazit: Mit den ersten Weltcuprennen kann ich definitiv zufrieden sein! Natürlich ist noch Luft nach oben, doch ich habe auch noch bis zum Saisonhöhepunkt im März Zeit um das Bestmögliche rauszuholen! Ich freue mich - nach einer kurzen Ski-Pause - auf das nächste Schneetraining Anfang Januar und die nächsten Weltcuprennen in Veysonnaz (SUI) vom 15.-18.01. und in Tignes (FRA) vom 21.-28.01.

Quelle: DBS / Anna-Lena Forster

 

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