Cheftrainer Swen Strittmatter überraschte die Hongkong-Chinesen im Finale mit Mannschaftsumstellung und überließ B-Frau Simone Briese-Baetke das Schlussgefecht. Zunächst ging der Plan auf und die Hongkong-Chinesinnen gerieten schnell mit 0:5 und 7:10 in Rückstand und wurden so nervös, dass sie ihre Topfechterin Chui Yee Yu, die sie nach den ersten beiden anstrengenden Wettkampftagen schonen wollten, nun doch einwechselten. Mühsam erkämpften sich die Top-Favoritinnen aus Hongkong die Führung, die sie bis zum Schluss nicht mehr abgaben.
Insgesamt kann die
deutsche Mannschaft auf ein erfolgreiches Weltcup - Wochenende in der
Inselstadt zurückblicken. Wie bei den Rollstuhlfechtern üblich,
kämpften Fechterinnen und Fechter mit Florett, Degen und Säbel in zwei
Wettkampfklassen um die Medaillen. Jeder Athlet konnte in seiner Klasse
in zwei Waffen antreten. Am letzten Wettkampftag standen dann noch die
Mannschaftswettbewerbe im Damendegen und Herrensäbel auf dem Programm.
Bereits
am ersten Wettkampftag errangen die deutschen Athleten die ersten
Medaillen und Finalplatzierungen. Die Weltranglistenerste Simone
Briese-Baetke sicherte sich ungeschlagen Gold im Damen-Degen der
Kategorie B und bestätigte damit ihre derzeitige Top-Form. Zuvor hatte
sie Annabel Breuer im Halbfinale geschlagen und auf den Bronzerang
verwiesen. Zarife Imeri kämpfte sich im Damendegen der Kategorie A bis
in das Viertelfinale vor. Hier traf sie auf die Weltranglistenerste Yu
(HKG), der sie sich nach einem sehr guten Kampf nur mit 15:11 Treffern
geschlagen geben musste und sie wurde Achte.
Im
Florett der Kategorie B gab es ein deutsch-deutsches Finale. Hier
standen sich Briese-Baetke und Breuer direkt gegenüber, nachdem
Briese-Baetke im Halbfinale ihre weißrussische Gegnerin Alesia
Makrytskaya deutlich mit 15:5 geschlagen hatte. Florettspezialistin
Breuer geriet schnell in einen deutlichen 6-Punkte-Rückstand und schien
kein Rezept gegen ihre Teamgefährtin Briese-Baetke zu finden. Punkt für
Punkt kämpfte Breuer sich heran und siegte nach einer dramatischen
Aufholjagd mit 15:10.
Zarife
Imeri hatte in der Kategorie A ebenfalls einen guten Lauf und konnte
sich ungeschlagen und an eins gesetzt für das Viertelfinale
qualifizieren. „Ich wollte unbedingt ins Finale“ kommentierte Imeri
ihre Bronzemedaille und die 4 roten Karten, die ihrer Gegnerin
Chervyakova (RUS) den Weg ins Finale ebneten, „aber ich war zu
ungeduldig, habe zu oft zu früh gezuckt und meine Chance nicht
genutzt“. Es siegte die Weltranglistenerste Yu aus Hongkong.
Lokalmatador
Dimitrij Rout aus Rostock schaffte im Herrensäbel der Kategorie A den
Einzug ins Finale der letzten acht und musste sich im Viertelfinale mit
3:15 dem späternen Finalisten Robert Citerne (FRA) geschlagen geben. Er belegte im Endklassement den achten Platz und
ist damit der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Paris im
November 2010 in greifbare Nähe gerückt. Es siegte Radoslaw Stanczuk
(POL) vor Robert Citerne (FRA).
Für
die anderen deutschen Starter war der Weltcup leider nicht so
erfolgreich. In der Wettkampfklasse A waren Martines Budich (Makkabi
Rostock, Platz 20) und Stephan Palenta (SGL Langenfeld, Platz 21) und
in der Klasse B Uwe Bartmann (FSC Jena, Platz 15) am Start.
Im
Mannschaftswettbewerb erreichten die deutschen Herren Platz 5. Das
junge deutsche Team (Maschke, Rout, Budich und Palenta) musste sich den
Griechen mit 45:28 geschlagen geben. Das Finale wurde zwischen
Frankreich und Russland ausgetragen. Die Franzosen holten Gold, vor
Russland und Griechenland.
Insgesamt
waren beim Weltcup 15 Nationen mit 98 Athleten anwesend. Die
Organisatoren blicken somit auf einen erfolgreichen Weltcup 2010.
Ehrengäste wie Mrs Maura Strange (Generalsekretärin IWAS) ebenso wie Mr
Alberto Martinez Vasallo (IWF EC Präsident) und auch der Präsident des
Deutschen Behindertensportverbandes, Friedhelm Julius Beucher, lobten
die Organisation und sprachen sich für eine Wiederholung aus. Der
Weltcup Malchow 2012 wäre dann der letzte Weltcup für die Qualifikation
zu den Paralympischen Spielen und ließe ein noch größeres
Teilnehmerfeld erwarten.
Zusätzliche Informationen und alle Ergebnisse des Weltcups in Malchow stehen auf der Website
www.weltcup- rollstuhlfechten.de zur Verfügung.
Der Artikel ist bereitgestellt von Susanne Richter von der Seite www.weltcup- rollstuhlfechten.de