BBS bildet Menschen mit geistiger Behinderung zum Co-Trainer aus

...und nimmt dabei eine bundesweite Vorreiterrolle ein

Bereits zum zweiten Mal bildet der Badische Behinderten- und Rehabilitationssportverband 12 Teilnehmer zum Co-Trainer aus. Gestern fand der erste von zwei Lehrgangstagen an der Sportschule in Baden-Baden Steinbach statt.

Sport-Inklusionsmanagerin Kim Früh erläutert den Hintergrund des neuartigen Konzepts: „Unser Ziel ist es, dass Menschen mit geistiger Behinderung die Möglichkeit zur gleichberechtigten Teilhabe im organisierten Sport bekommen – sowohl als aktive Sportler aber auch in der Gremienarbeit und ehrenamtlichen Tätigkeit!“.

Die Co-Trainer Ausbildung ist Teil der umfangreichen, von der Aktion Mensch geförderten Zukunftskampagne, die das Ziel hat, Menschen im Sport zu vereinen. Die Co-Trainer werden im Rahmen der Ausbildung befähigt, den Übungsleiter während der Stunde zu unterstützen. Die Co-Trainer können nach Abschluss der Ausbildung Teile der Sportstunde (Anfangs- oder Schlussteil) anleiten. Der BBS hat mit drei im Themenbereich Inklusion sehr erfahrenen Referentinnen (Eva Klavzar, Kim Früh und Laura Wienk-Borgert) für diesen Ausbildungstag ein Maximum an Personal eingesetzt.

In leichter Sprache wurde den Co-Trainern neben dem praktischen Wissen der motorischen Fähigkeiten (Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft, Beweglichkeit und Koordination) ein umfangreiches Repertoire an Übungs- und Spieleideen mittels Karteikarten vermittelt. In den praktischen Teilen des Lehrgangs stand das Spüren und Erfahren im Vordergrund und die Teilnehmer konnten bei den verschiedenen Spielen und Übungen die verschiedenen Beanspruchungsformen aktiv erleben.

„Wir wollen in traditionellen Sportvereinen Trainer-Tandems bestehend aus Menschen mit und ohne Behinderung schaffen“, so BBS-Geschäftsführer Michael Eisele.

In den kommenden 14 Tagen werden die Teilnehmer deshalb das bereits Erlernte in Ihren Heimatvereinen unter der Betreuung durch den heimischen Übungsleiter umsetzen. Zum kommenden Lehrgangstag, der am 9. November stattfinden wird, gab es von den Referentinnen spezielle Hausaufgaben, welche die Co-Trainer gemeinsam mit ihren Übungsleitern in den Vereinen absolvieren dürfen.

Um die Nachhaltigkeit des Projektes zu sichern, werden die Co-Trainer im Nachgang zur Ausbildung in ihren Heimatvereinen vom BBS besucht und unterstützt.

Die Teilnehmer äußerten gleich zum Lehrgangsbeginn im einhelligen Tenor ihre Wünsche und Erwartungen:

„Ich wünsche mir, dass ich lerne, wie ich anderen was beibringen kann.“

oder

„Ich will was Neues fürs Fußball lernen, damit ich meinen Jungs zeigen kann, wie wir uns motivieren und Sport machen können.“

Dass das BBS Team den Hoffnungen der angehenden Co-Trainer gerecht werden konnte, zeigt das überwältigende Feedback eines jungen Teilnehmers:

„Es war toll, mal andere Übungen kennenzulernen und es hat Spaß gemacht. Danke, dass ihr uns so einen schönen Tag gemacht habt. Ihr habt einen Applaus verdient!“.

Co-Trainer lernen Übungen und Spiele

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