Para Ski alpin-Team hofft auf Forster – und auf „Überraschungen“

Am Samstag starten die Paralympics für das deutsche Para Ski alpin-Team mit dem Abfahrts-Rennen in Cortina d’Ampezzo. Mit sieben Athletinnen und Athleten sowie zwei Guides ist es das größte Aufgebot seit 16 Jahren – und Bundestrainer Justus Wolf nach der ersten Trainingsfahrt bei hervorragenden Bedingungen positiv gestimmt. Die Medaillenhoffnungen ruhen insbesondere auf Anna-Lena Forster.

„Perfektes Wetter“ bot das erste Abfahrts-Training bei den Paralympics am Mittwoch: „Es gab nicht mal ein Wölkchen am Himmel“, freute sich Justus Wolf – und natürlich kam es seiner Laune auch zugute, dass die ersten Fahrten auf der „Tofana“ in Cortina d’Ampezzo für sein Para Ski alpin-Team gut liefen. Bei den Olympischen Spielen fand dort die Frauen-Abfahrt statt, jetzt ist sie Schauplatz für die paralympischen Rennen. Monoskifahrerin Anna-Lena Forster fuhr in der sitzenden Klasse direkt die schnellste Zeit im Training.

Für seine Vorzeige-Athletin, die in PyeongChang 2018 und Peking 2022 je zwei Mal Gold gewann und schon neun paralympische Medaillen gesammelt hat, hofft Wolf, dass sie „in allen fünf Disziplinen um Medaillen mitreden kann – und dass wir ansonsten mit Blick auf die Platzierungen auf dem Podest für die ein oder andere Überraschung sorgen können.“ Wenngleich die Leistungen vom Mittwoch nicht überbewertet werden sollten – es war schließlich nur Training – so fand Wolf es doch „förderlich, dass wir hier ein erstes gutes Training absolviert haben“. Andrea Rothfuss wurde Siebte, Alexander Rauen mit Guide Jeremias Wilke Elfter und Christoph Glötzner 23. – sie testeten die Strecke für den Super-G oder die Super-Kombination und werden die Abfahrt voraussichtlich auslassen.

Wolf: „Die Piste hat sich gut präsentiert“

„Es ist eine eher technische Abfahrt, eher Super-G-ähnlich“, sagte Wolf: „Die Piste hat sich auch gut präsentiert, erst bei den sitzenden Männern ganz am Ende wurde es dann doch weich, aber für unsere Starter war alles gut.“ Am Mittwoch reisten dann auch Anna-Maria Rieder, die erst 17 Jahre junge Maya Fügenschuh mit Begleitläuferin Johanna Holzmann und Monoskifahrer Leon Gensert an – damit war das deutsche Team komplett. Am Samstag steigt die Abfahrt, am Montag der Super-G, am Dienstag die Super-Kombination und ab Donnerstag zwei Tage Riesenslalom und zwei Tage Slalom – jeweils zuerst die Frauen, dann die Männer.

Neben Forster sollte es vor allem bei den stehenden Frauen mit Anna-Maria Rieder im Slalom eine gute Chance auf Edelmetall fürs deutsche Team geben, sie war im Slalom-Weltcup punktgleich mit der Siegerin Ebba Aarsjö aus Schweden Zweite und holte bei den Spielen 2022 Bronze. Andrea Rothfuss hatte in Peking Rang drei im Riesenslalom belegt, nach eineinhalb Jahren mit Depressionen ist sie zu dieser Saison in den Weltcup zurückgekehrt und „dankbar“, ihre sechsten Paralympics zu erleben. Der einbeinige Skifahrer Christoph „Grisu“ Glötzner sammelte 2022 als 18-Jähriger Paralympics-Erfahrung und kann in den technischen Disziplinen durchaus ein Wörtchen um vordere Platzierungen mitreden. Alexander Rauen mit Guide Jeremias Wilke, Maya Fügenschuh mit Johanna Holzmann und Leon Gensert werden in Cortina d’Ampezzo ihre Paralympics-Premiere erleben.

Die größte Mannschaft seit 16 Jahren

Vier Athletinnen, drei Athleten, dazu zwei Guides – die deutsche Para Ski alpin-Mannschaft war letztmals in Vancouver 2010 größer. „Es ist schön, ein großes Team zu haben, das hat ja auch eine gewisse Repräsentation“, sagt der Bundestrainer und Anna-Lena Forster ergänzt: „Es macht Spaß, mit so einem großen Team hier zu sein.“ Forster ist „erleichtert“, dass es endlich losgeht: „Die Vorfreude ist groß“, sagt die Para Sportlerin des Jahres 2022 und 2023 fügt hinzu: „Ich fühle mich fit, ich fühle mich gut und ich freue mich auf alle Leute, die zum Zuschauen und hoffentlich zum Feiern kommen.“

Text: Nico Feißt / DBS

 

Das deutsche Aufgebot für die Paralympics (Name, Alter, Geburtsort, Verein):

Frauen mit Sehbehinderung: Maya Fügenschuh (17 / Bad Hindelang (Allgäu) / SV Hindelang, Guide: Johanna Holzmann / 30 / Memmingen / Skiclub Oberstdorf)

Frauen sitzend: Anna-Lena Forster (30 / Singen (Hohentwiel) / BRSV Radolfzell),

Frauen stehend: Anna-Maria Rieder (26 / Garmisch-Partenkirchen / RSV Murnau), Andrea Rothfuss (36 / Freudenstadt / SV Mitteltal)

Männer mit Sehbehinderung: Alexander Rauen (24 / Wittlich / TSV Kareth-Lappersdorf, Guide: Jeremias Wilke / 26 / Langenfeld / SG Ennepetal)

Männer sitzend: Leon Gensert (21 / Dortmund / RSC Frankfurt)

Männer stehend: Christoph Glötzner (22 / Neumarkt in der Oberpfalz / RBA im ASV Neumarkt)

 

Der Zeitplan für die Wettbewerbe im Para Ski alpin bei den Paralympics:

Samstag, 7. März: Abfahrt (alle Klassen)
Montag, 9. März: Super-G (alle Klassen)
Dienstag, 10. März: Super-Kombination (alle Klassen)
Donnerstag, 12. März: Riesenslalom (Frauen)
Freitag, 13. März: Riesenslalom (Männer)
Samstag, 14. März: Slalom (Frauen)
Sonntag, 15. März: Slalom (Männer)

Zurück